Literatur

Wöis fröiher wor im Dorf

Von Fritz Meyer, Februar 1997

 

An Bauern houts schou ummer gehm und der wor a da Herr. Die Baiere, döi wor nu in da Küch am Herd. Fürn Knächt und Maad houts dou viel Ärbert gehm.

Die Gsetzer worn dou net su streng, drum homs dou a die Sei nu gsengt.

Da Schloutfeger hout die Fenster, Türn und Bettstood gmacht und a nu zu da Kundschaft bracht.

Schouster, Wagner, Drechsler, Händler und nu viel mäiher houts nu gehm und für alle houts a Ärbert gehm.  Und da Müller hout fürn Bauern a des Trad nu gmohln, dou homs nu selber bachn wolln.

Manche hom nu gragln wolln, des wou heit alle nemmer wolln. Die an sen dou mim Schubkarrn gfohrn und hom damit ihr Gros hamgfohrn.

Äbirn homs dou a gern gessn, döi worn dou a nu besser. Doch grouß sens net recht worn, döi hom ja blous Mist hiegfohrn.

Betlleit sen a rumganger und sen va Haus zu Haus nu ganger. Da Gloser hout sei Glos im Rucksog trong und hout die zbrochner Fenster glost.

Da Schandorm is a durchs Dorf nu ganger, den sen die Leit dou assn Weg nu ganger. Scheernschleifer sen kummer a dazwischn und hom Messer und die Scheer nu gschliffm.

Da Lumpmmah is dou mim Geil rumgfohrn, der hout die Lumpm a nu gweeng und hout oft blous an Teller gehm. Und des wor su da Brauch dou homs ihr lange Pfeifen fest nu graucht.

Is da Bauer ins Wirtshaus geilt, nou houtse a da Wirt nu gfreit.

Ihr junger Leit ich soch eich blous wos fröiher wor im Dorf su lous. Ja des nemmert nu ka End, wosma alles schreihm nu könnt. Dass des heit alles nemmer is, des mouma a vastöih mir mou halt mit da Zeit a göih.

Des wor halt nu döi alte Zeit und des wor halt a schöine Zeit.

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